Ein Webdesigner kann vieles, aber nicht Dienst nach einem Schema tun. Das wäre ja an sich ein Kinderspiel, immer aus gewissen Schemata auszusuchen, was einem in den Sinn kommt. Daraus bastelt man eine Seite, die zwar immer einen anderen Inhalt hat, als eine andere, dennoch aber irgendwie kopiert aussieht.
Das Gegenteil vom Schema ist die freie Gestaltung. Auch diese ist im Webdesign nicht immer praktikabel. Der Kunde will ein bestimmtes Produkt verkaufen oder auch Informationen zu einem gewissen Thema im Netz publizieren. Da kann der Webdesigner nicht, weil er gerade seine Picasso nachempfundene „blaue Phase“ oder eine „kubische Zeit“ durchlebt, einfach machen, was ihm in den Sinn kommt. Webdesign ist kreative Arbeit, die jedoch durch Funktionalität, die Ansprüche der Suchmaschinenoptimierung und die Kundenwünsche, natürlich aber auch durch die Inhalte, ihre Grenzen findet. Auch wenn der Künstler frisch verliebt ist, und am liebsten alles mit Herzen und Blumen verschönern würde, kämen Buttons in Rosenform auf einer Infoseite über Steuerersparnis, einem Versicherungsblog oder auf einer Gothic Page sehr ungelegen.
Im Webdesign muss man die Wünsche des Kunden berücksichtigen, die Inhalte ansprechend präsentieren und natürlich auch die Zielgruppe der Produkte oder der Informationen erreichen. Finanziers, die auf der Suche nach den neuesten Tricks sind, die ihnen helfen, das Geld zu mehren, werden eine Seite im bunten Hippie Look wohl gar nicht zur Kenntnis nehmen. Sie nehmen an, die URL ist falsch, sie suchen sich eine seriös wirkende Site. Das Webdesign einer Spieleseite für Kinder darf dagegen nicht grau in grau ausfallen. Kaum ein Kind hätte hier Freude. Das Hineinversetzen in die User ist im Webdesign mehr als wichtig.
